Die Lebenszyklusanalyse (LCA) ist eine Methode zur Bewertung der Umweltauswirkungen von Produkten oder Systemen. Sie ist die auf europäischer Ebene empfohlene Methode für die Umweltkennzeichnung und ist international standardisiert. Diese Methode wird aufgrund ihrer drei Hauptmerkmale weitverbreitet eingesetzt:
Funktional: Das Untersuchungsobjekt wird über seine Funktion definiert. So lassen sich verschiedene Lösungen vergleichen, um die beste auszuwählen.
Multikriteriell: Bei der Untersuchung werden mehrere Umweltindikatoren berücksichtigt. Dazu gehören unter anderem das Treibhauspotenzial, der Beitrag zur Erschöpfung abiotischer und fossiler Ressourcen sowie der Beitrag ionisierender Strahlung. Diese Indikatoren zählen zu den wichtigsten Faktoren der Umweltauswirkungen digitaler Technologien.
Lebenszyklus-Ansatz: Die in allen Lebenszyklusphasen des untersuchten Objekts entstehenden Auswirkungen werden berücksichtigt:
- Rohstoffgewinnung: Es werden viel Energie, Chemikalien und Wasser benötigt, um Materialien aus der Erde zu gewinnen und zu raffinieren. Zudem sind die betroffenen Ressourcen begrenzt und werden zunehmend knapp, sodass ihre Gewinnung immer schwieriger wird.
- Herstellung: In der Fertigung werden Rohstoffe in digitale Komponenten und Geräte umgewandelt. Dies verbraucht viel Wasser und Energie.
- Distribution: Die Distribution umfasst den Transport der digitalen Komponenten vom Herstellungsort zum Einsatzort, hauptsächlich von Asien nach Europa für IT-Geräte.
- Nutzung: Die Nutzung der digitalen Geräte entspricht dem Energieverbrauch während ihres Einsatzes.
- Lebensende: Diese Phase betrifft die Entsorgung der Geräte – sei es durch Recycling, Deponierung oder Verbrennung.

Die Methodik der LCA ist durch ISO-Normen festgelegt, insbesondere die Normen ISO 14040 und ISO 14044. Die Norm ISO 14040 beschreibt allgemein die wichtigsten Grundsätze einer LCA. Die Norm ISO 14044 definiert die Anforderungen und Leitlinien detaillierter.
Was ist der Unterschied zu einer CO2-Bilanz oder einem Bilan Carbone?
Die LCA-Methodik unterscheidet sich von der Bewertung der Treibhausgase oder vom Bilan Carbone durch ihren multikriteriellen Ansatz und die Betrachtung mehrerer Lebenszyklusphasen. Wie oben erläutert beschränkt sich die LCA nicht auf die durch Treibhausgase verursachte globale Erwärmung, sondern schätzt auch eine Vielzahl weiterer Umweltauswirkungen wie den Beitrag zur Erschöpfung abiotischer und fossiler Ressourcen oder die Effekte ionisierender Strahlung. Letztere zählen zu den wichtigsten Faktoren der Umweltauswirkungen digitaler Technologien.
So können die Ergebnisse der LCA in den Bilan Carbone einfliessen. Umgekehrt ist dies jedoch nicht möglich.
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